„Handy Challenge“ an der Holderbergschule – Erstaunliches Ergebnis! Zehntklässler reduzieren eine Woche lang freiwillig ihre „Screen time“

von | 6.05.2026

„Wie viele Stunden seid ihr eigentlich online – in der Woche und pro Tag – auf euren Handys, am Computer?“, fragte Andrea Kluth, Leiterin des WP Kurses Englisch in der Jahrganggstufe 10, vor zwei Wochen – natürlich auf englisch. Die Antworten reichten von „drei bis vier“ zu „acht bis zehn Stunden“ am Wochenende – insgesamt zu viel, wie die 19 Zehntklässer selbst einschätzten. Die häufigsten Aktivitäten waren – wie erwartet – „Chatten mit Freunden“, „Zocken“, „Video Clips scrollen“ und „Arbeiten für die Schule“.
Anlass der Lehrerfrage war eine Reportage des WDR, in der über den dreiwöchigen Handyverzicht einer 7. Klasse in NRW berichtet wurde. Im Anschluss an die Beschäftigung mit der Reportage, folgte die Frage der Kursleiterin, ob sich die Jugendlichen vorstellen könnten, etwas ähnliches zu versuchen. Vorgeschlagen wurde eine freiwillige Begrenzung der Online-Zeit für eine Woche. Die „Challenge“ wurde von allen angenommen, wobei es einige Zweifler am persönlichen Durchhaltevermögen gab.
Eine Woche später. Auf die Frage: „Wer hat durchgehalten?“ meldeten sich fast alle Jugendlichen. Die Online-Zeit war allgemein um ein bis zwei Stunden verringert, das Handy abends früher ausgeschaltet worden. Auch die Erfahrungen waren vergleichbar: Nach anfänglicher Langeweile und FOMO (Angst etwas zu verpassen), fühlten sich alle freier, schliefen besser, wurden ruhiger, verbrachten mehr Zeit mit der Familie, wendeten sich ihren alten Hobbys zu und arbeiteten mehr für die Schule. Sie waren erstaunt, wie viele Dinge man in der Zeit schaffen konnte, in der man bisher am Handy verbracht hatte.
Hier einige Rückmeldungen: „Der erste Tag war hart“, so ein Zehntklässler, „aber dann habe ich das Handy gar nicht mehr vermisst. Dumm war nur, dass ich mich nicht mehr spontan mit meinen Freunden verabreden konnte. Aber das kann man ja auch in der Schule oder über das Telefon machen.“ – „Ich habe mit meinen kleineren Geschwistern gespielt und meinem Vater bei der Gartenarbeit geholfen.“ – Ein anderer Schüler hat seine Gitarre neu besaitet und wieder angefangen zu spielen. Eine Schülerin hat ihr Hobby Zeichnen wiederentdeckt. Auch gelesen wurde wieder mehr.
„Wer wird sein Handy denn auch in nächster Zeit weniger nutzen?“, so die abschließende Frage der Kursleiterin. Hierzu waren die allermeisten Schülerinnen und Schüler bereit. Die positiven Erfahrungen, das „Sich Wohlfühlen in der eigenen Haut“, aber auch das Gefühl, nicht mehr abhängig vom Handy zu sein, waren so tiefgreifend, dass diese Entscheidung sichtlich leicht fiel. Das Handy hatte seine magische Macht über die Jugendlichen weitgehend verloren und dient nun primär als Mittel zur Lebensgestaltung. Im Vordergrund stehen statt dessen direkte persönliche Kontakte sowie kreative und sportliche Tätigkeiten.
Die Kursleiterin zeigte sich überrascht und sehr erfreut über den Erfolg dieses spontan organisierten, pädagogischen Projekts: „Ich hätte nicht gedacht, dass die Jugendlichen diese Challenge annehmen und dann auch durchhalten würden. Ich freue mich besonders über den nachhaltigen Erfolg. Nachahmung empfohlen!“

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