Tagesfahrt zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald in Thüringen Abschlussklassen stellen sich der dunklen Seite der deutschen Vergangenheit

von  und  | 31.05.2026

Sehr betroffen zeigten sich die 125 Jugendlichen nach der mehr als fünfstündigen Erkundung des großflächigen Areals der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg, in der Nähe von Weimar. Die Auseinandersetzung mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte vor Ort ist ein fester Bestandteil für alle Abschlussklassen der Holderbergschule. Wenn auch die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus primär Thema des Geschichtsunterrichts ist, findet die Vor- und Nachbereitung dieser Exkursion im Religionsunterricht statt. Begleitet wurde die diesjährige Gruppe von ihren Klassenlehrkräften und der jeweiligen Religionslehrkraft. Das Tagesprojekt in Buchenwald wird stets von den Mitarbeitenden der Gedenkstätte organisiert, die die Gruppen während ihrer Erkundung begleiten und über vielfältige Aspekte des Lagers informieren. Der Rundgang führte zum Häftlingslager, bestehend aus Bunker, Krematorium, der Effektenkammer und den Häftlingsbaracken. Aber auch der SS-Bereich – mit Bahnhof, eigener Falknerei, dem Villenviertel, der Reithalle, der Gustloff-Werke, der Kommandatur und der Kasernen – wurde besichtigt. Da das KZ Buchenwald – eines der größten Konzentrationslager in Deutschland – kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager war, wurden die Insassen zu Arbeiten in dem nahegelegenen Steinbruch sowie in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Konfrontiert wurden die Jugendlichen auch mit Informations- und Bildmaterial aus der Zeit. So erfuhren sie, dass der bekennende Christ Dietrich Bonhoeffer vor seiner Ermordung im KZ Flossenbürg mehrere Monate im KZ Buchenwald inhaftiert war und Paul Schneider als „Prediger von Buchenwald“ bekannt, dort 1939 ermordet wurde. Insgesamt starben hier rund 56.000 Menschen aus verschiedenen Nationen. Als besonders bedrückend wurden die Fotos von ausgemergelten Menschen empfunden, kurz nach ihrer Befreiung, ebenso wie der Aufenthalt im Leichenkeller des Krematoriums.
Die Erkundung der Gedenkstätte des KZ-Buchenwalds hat bei den Jugendlichen starke persönliche Betroffenheit ausgelöst, die im Unterricht in der Schule nicht in diesem Maße erzeugt werden kann. Diese Betroffenheit, verbunden mit einem wachen Auge für problematische Zustände in der heutigen Gesellschaft und der Bereitschaft des persönlichen Einsatzes, sind erneut von Wichtigkeit. Die Fahrten nach Buchenwald werden deshalb weiterhin durchgeführt – zur Festigung des unmittelbaren Verständnisses von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei der nächsten Generation erwachsener Bürgerinnen und Bürger, in einem demokratisch-rechtsstaatlichen Deutschland und Europa.


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