„Naturparkschule“ lässt alte Tradition der Streuobstwiese aufleben

Großer Ernteeinsatz an der Holderbergschule.

 

 

Start der Mobilen Mosterei mit Axel Schmidt

Erschöpfte Erntehelfer vor 282 Kisten Bioapfelsaft

Die Klasse 5R2 bei der Erntearbeit

Die Klasse 5R2 bei der Erntearbeit

Abfüllen des Saftes mit Axel Schmidt

Kinder der Kindertagesstätte Pusteblume bringen ihre Ernte mit

„Was waren Ihre Schüler fleißig!“ Beeindruckt stand Axel Schmidt von „Marthas Mobiler Mosterei“ vor den prall gefüllten Kisten, Körben und Säcken mit gesammelten Früchten. Nicht zum ersten Mal war die Obstpresse aus Beilstein an die Holderbergschule gekommen, doch noch nie war die Apfelernte so groß ausgefallen.

Tags zuvor hatten knapp 100 Schüler mit ihren Lehrern unter der Federführung der Projektleiterin Janine Strycker freudig die Klassenräume verlassen und somit Englisch, Deutsch und Mathe den Rücken zugewandt, um bei schönstem Herbstwetter den Lernort Streuobstwiese aufzusuchen. Während eine fünfte Klasse die Äpfel der schuleigenen Wiese aberntete, kümmerten sich Siebt- und Achtklässler um eine alte Streuobstwiese, die der Besitzer, ein Förderer der Holderbergschule, zur Verfügung gestellt hatte. Sein eigener Großvater hatte die Bäume selbst gepflanzt und damit über Jahrzehnte dafür gesorgt, dass der Keller das ganze Jahr mit Eingemachtem gefüllt war. Damals blieb kein Apfel am Baum hängen. Die Zeiten haben sich geändert und der Besitzer freut sich heute sehr, dass die Ernte so gut war und dass das Obst an der vor kurzem zur Naturparkschule zertifizierten Holderbergschule eine sinnvolle Verwendung gefunden hat.

60 Zentner oder 3000 kg Äpfel waren die Früchte der Arbeit. „Marthas Mobile Mosterei“ lief ab 9:00 Uhr auf Hochtouren. Für die Schüler gab es jede Menge zu tun. Sie schütteten das Obst auf das Förderband, kontrollierten den Waschvorgang des Obstes oder verteilten den Trester auf einem von einem Landwirt aus Wissenbach eigens hierfür bereitgestellten Anhänger. Wenn dann der vorgefilterte, naturtrübe und auf 80 Grad erhitzte Saft in Beutel abgefüllt worden war, taten die Erntehelfer diese nur noch in Kartons und stapelten sie auf Tischen und Bänken.

Als um 14 Uhr der letzte von Schülerhand gepflückte Apfel über das Förderband lief, standen schon  die privaten Obstbauern aus den umliegenden Dörfern Schlange. Auch sie wollten die Obstpresse an der Holderbergschule nutzen und freuten sich über die tatkräftigen Schüler, die ihnen dabei bis zum frühen Abend zur Hand gingen.
Bevor der letzte Erntehelfer nach Hause ging, wurden jedoch noch die schuleigenen Fünf-Liter-Boxen gezählt: 282 Stück! Das entspricht 1410 Liter gesundem Apfelsaft! Dieser wird nun in der Schulgemeinde verkauft, bei Schulveranstaltungen als Saft oder Punsch ausgeschenkt oder zu Gelee verarbeitet. Der Erlös fließt dann in weitere Projekte der „gesunden Schule“ oder in gemeinnützige Aktivitäten.