„Klare Sicht“ für die Holderbergschule

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt die Holderbergschule bei der Suchtprävention. Über 300 Jugendliche setzten sich mit Alkohol- und Nikotinsucht auseinander.

Mit „Drunkbuster“-Brille über den „KlarSicht“-Parcours.

An drei Tagen gastierte das Team des „KlarSicht“-Mobils an der Holderbergschule. Unterstützt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bekamen viele Schüler einen Einblick in die Risiken und Folgen von Alkohol und Nikotin. Dabei wurde darauf verzichtet, die Schüler in ihrem eigenen Verhalten zu konfrontieren oder dieses abzufragen, vielmehr wurde durch Alltagssituationen an verschiedenen Stationen eine selbstständige Beschäftigung mit der Thematik angeregt. Ein Team von 6 Moderatorinnen und Moderatoren des KlarSicht-Mobils wurde dabei von Kräften der Schule für Erziehungshilfe, der Sozialarbeit der Holderbergschule und von einer Fachkraft der Klinik Eschenburg (Bianca Werner), die sich auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisiert hat, unterstützt.
An 5 Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler des 7., 8. und 9. Schuljahres aller drei Schulzweige in Gruppen in verschiedene Schwerpunkte eintauchen. In Gesprächen und Diskussionen wurde dann auf die Fragen und Interessen der Kinder eingegangen. An der Station “DrehBar“ ging es zum Beispiel um die Wirkung von Alkohol im Körper und den Alkoholgehalt von verschiedenen alkoholischen Getränken. An einer weiteren Station konnte man mit einer „Drunkbuster“-Brille und einem Parcours testen, wie sich 1,5 Promille Alkohol im Blut anfühlen und welche Auswirkungen diese auf das Sehvermögen und die Reaktion haben.
Die Werbeversprechen der Industrie wurden in der Station „Images“ thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler stellten zum Beispiel fest, dass in der Alkoholwerbung Produkte meist mit Gefühlen wie „Freiheit“ und „Geselligkeit“ verknüpft werden. Sie entlarvten diese Versprechen und fertigten eigene Werbungen an. In der darauffolgenden Station wurde der Tabakkonsum angesprochen. Man bekam einen Eindruck von den entstehenden Kosten und Folgen einer Nikotinsucht. Auch die Gefahr von Shishas und E-Zigaretten kam zur Sprache – gerade bei Jugendlichen sind diese in den letzten Jahren sehr interessant geworden, ohne dass die Jugendlichen sich über die zum Teil größere Gefahr bewusst sind. An der letzten Station „Talkshow“ konnten die Gruppen eine fiktive Geschichte erstellen, in der eine Sucht zu Problemen in einer Beziehung führte. Diese dienten den Moderatorinnen und Moderatoren als Grundlage für anschließende Gespräche und Diskussionen.
Am Abend des ersten Tages hatten die Eltern der Holderbergschüler und weitere Interessierte die Gelegenheit, den Parcours auszuprobieren und erhielten einen Einblick in diesen Teil der Suchtprävention. Auch Karin Ziegler vom Netzwerk Jugend Eschenburg und Dietzhölztal, Bürgermeister Andreas Thomas und die Schulleitung der Holderbergschule besuchten den Parcours am Vormittag und betonten die Wichtigkeit solcher Präventionsveranstaltungen.
Im Unterricht werden die Inhalte des Parcours auch weiterhin Beachtung finden. Die Holderbergschule setzt die verschiedenen Stationen von KlarSicht schon seit vielen Jahren im Rahmen des Unterrichts ein. Die Suchtprävention, die an der Holderbergschule von Peter Hagenbäumer organisiert wird, setzt dabei auf Zusammenarbeit mit den verschiedensten Partnern. Das Netzwerk Jugend Eschenburg und Dietzhölztal, mit der tatkräftigen Unterstützung der Bürgermeister Andreas Thomas und Götz Konrad, bildet dabei einen bedeutenden Baustein. Dazu kommen individuelle Beratungen von Schülerinnen und Schülern, die Suchtmittel konsumieren. Auch die Zusammenarbeit mit der Klinik Eschenburg verspricht weiterhin viele Möglichkeiten: Die Jugendlichen können dort in Gruppengesprächen mit Betroffenen lernen, die auf dem Weg sind, ihre Sucht zu bewältigen. Dieser direkte Kontakt kann dabei helfen, die Suchtgefahren frühzeitig zu erkennen und einen bewussteren und kritischeren Umgang mit Suchtmitteln zu praktizieren. Andreas Huttel – Lehrer an der Holderbergschule – bemerkte treffend: „Wenn jetzt nur ein einziger Schüler die Finger von den Zigaretten lässt, war die Aktion schon ein Erfolg.“