Festakt zum doppelten Schuljubiläum (Donnerstag, 26. September 2019, 19 Uhr in der kleinen Turnhalle an der HBS)

Redner aus Politik und Verwaltung sowie zahlreiche Ehrengäste zeigen ihre langjährige Wertschätzung für die Holderbergschule – Musik, Theater und Tanz bilden das Rahmenprogramm.

 

Durch das Programm führten charmant und stilsicher Jessica Tirjan und Thomas Giersbach.

Stephan Aurand, hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises eröffnete die Reihe der Festredner .

Als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter begrüßte Heinz Schreiber die Anwesenden im Namen des Kreisausschusses.

Die Schulleiterin Andrea Rink begrüßt die Gäste.

Grußworte der schulfachlichen Aufsichtsbeamtin Ines Gräfe, vom Staatlichen Schulamt in Weilburg.

Der Drumcircle der Holderbergschule.

Der Projektchor der Holderbergschule begleitet von mehreren Schülern der Musikklassen.

Die Bläserklassen der HBS unter der Leitung von Beate Czymek.

Grußworte der Bürgermeister Andreas Thomas (Dietzhölztal) und Götz Konrad (Eschenburg).

Die Brassband der HBS mit Unterstützung vieler ehemaliger Schülerinnen und Schüler.

Die Klassen 7G und 5H spielen "Romeo und Julia".

Stephan Aurand, hauptamtlicher  Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises, der die Schulentwicklung 35 Jahre lang persönlich begleitet hat, eröffnete die Reihe der Festredner und zeigte sich als Repräsentant des Kreises und als ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Dietzhölztal überrascht und erfreut über die aktuellen Entwicklungen, die er während der Schulbesichtigung zu sehen bekommen hatte. Der Rundgang vor dem Festakt erfolgte in Gesellschaft des ehemaligen Bürgermeisters der Gemeinde Eschenburg und dem Ehrengast des Abends, Otto-Friedrich Schlemper. Aurand erinnerte zudem an den Aufbau der Sozialarbeit an der Holderbergschule, die er als Sozialdezernent unter Einbeziehung des St. Elisabeth Vereins vor vielen Jahren ins Leben gerufen hatte und die bis heute besteht. Für die nächsten 50 Jahre wünschte Stephan Aurand der Holderbergschule „Glück auf.“
Als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter  begrüßte Heinz Schreiber die Anwesenden im Namen des Kreisausschusses und wartete mit erfreulichen Zahlen auf: Seit 2005 – noch unter seinem Vorgänger Roland Wegricht – seien 11,8 Millionen Euro in den Umbau und Ausbau der Holderbergschule geflossen. Für die Errichtung der Aula würden mindestens weitere 700.000 Euro bereitgestellt. Dies zeige, dass die Holderbergschule dem Kreis „lieb und teuer“ sei. Der Schulerfolg resultiere vor allem aus der „guten Lernumgebung“, dem gelebten Leitbild, dem engagierten Kollegium, was zusammen zu konstant stabilen Schülerzahlen führe, so dass er die Holderbergschule für die Zukunft gut aufgestellt sehe.
Die schulfachliche Aufsichtsbeamtim Ines Gräfe, vom Staatlichen Schulamt in Weilburg, sieht den langjährigen Erfolg der Holderbergschule darin, dass die Schule ein „Ort der Begegnung und des Dialogs“ sei, an dem die konkrete Vermittlung von Werten von zentraler Bedeutung sei. Angebote und Auszeichnungen wie „Erasmus-Projekte“, „zertifizierte MINT-Schule“, „Schule mit Schwerpunkt Musik“, „zertifizierte Naturparkschule“, die intensive Berufsorientierung, das langjährige Auslandspraktikum in England, der Schüleraustausch mit Japan, das „English Summer Camp“, um nur die wichtigsten pädagogischen Schwerpunkte zu nennen, führten dazu, dass mit „Kopf, Herz und Hand“ gelernt würde, in einem Umfeld, in dem sich alle wohlfühlten, weil mit „Leidenschaft, Begeisterung und Einsatz“ gearbeitet würde. Aus diesem Grund werde die Holderbergschule innerhalb des Staatlichen Schulamts für den Lahn-Dill-Kreis und den Kreis Limburg-Weilburg sehr geschätzt. Die Dezernentin bedankte sich ganz herzlich für die geleistete Arbeit der Schulgemeinde.
„Dietzhölztal gratuliert der Holderbergschule zu 50 Jahre Realschule und 30 Jahre Gesamtschule“ war über dem Banner am Eingang zur Turnhalle zu lesen. Dieser Spruch bringe die „emotionale Bindung“ der Gemeinde Dietzhölztal mit „ihrer“ Holderbergschule zum Ausdruck und sei ein Zeichen das Danks für die „tolle Arbeit“ der Schule, wie der Dietzhölztaler Bürgermeister Andreas Thomas anschließend in seinem Grußwort ausführte. Als zusätzliches „Dankeschön“ hatte der Bürgermeister einen Scheck in der Tasche.
Bürgermeister Götz Konrad sprach im Namen der Gemeinde Eschenburg, auch stellvertretend für seine Vorgänger im Amt. „An der Holderbergschule lernen unsere Kinder spielend.“ Konrad wies auf die jahrzehntelange konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und der Kommunalebene hin, besonders, was die Schulerweiterung anginge. Als Gesamtschule sei die Holderbergschule im harmonischen „Dreiklang“: alle drei Zweige hätten ihre spezifische Bedeutung, besonders im Hinblick auf die Vorbereitung auf das Berufsleben. Konrad endete sein Grußwort mit den Worten: „Wir werden das weiterhin stemmen. Alles Goure!“
Im Rahmen eines informellen Interviews mit Kristin Hermann plauderten drei pensionierte Schulleitungsmitglieder im Anschluss über ihre persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Einführung der Realschule an der „Mittelpunktschule“ vor 50 Jahren sowie der Ausweitung zu einer „Gesamtschule mit Förderstufe“ vor 30 Jahren. Trotz „Gegenwind aus Wiesbaden“, so Jochen Ochmann, wurde am 1. August 1969 die Realschule mit 68 Schülerinnen und Schüler aus der Taufe gehoben. Wegen mangelnder Klassenräume mussten zwei Jahre lang drei Realschulklassen nach Hirzenhain ausgelagert werden. Dort wurden neue pädagogische Konzepte entwickelt, so dass aus der Not eine Tugend gemacht wurde. 1972 wurde das erste Betriebspraktikum durchgeführt, das kurz vor Ochmanns Pensionierung durch den „Berufsinformationstag“ erweitert wurde, im Hinblick auf eine schulische Berufsvorbereitung. Hier zeigten die heimischen Betriebe an einem Tag ihre wachsende Verbundenheit mit der Holderbergschule, deren Absolventen sie gerne als Auszubildende in ihren Betrieben übernahmen.
Mit der Einrichtung des Gymnasialzweigs im Jahre 1988 sind eng die Namen Walter Jank, Gerhard Bökel, Wilfried Junk, Otto Schlemper und Werner Dreißigacker verbunden, die sich zudem für den ersten Anbau und die Errichtung der Großsporthalle einsetzten, so der ehemalige Realschulzweigleiter.
Als erster Realschulklassenlehrer und langjähriger stellvertretender Schulleiter wusste Eckhart Schäfer viel Amüsantes zu berichten – besonders in seiner Rolle als Organisator und Busfahrer der zahlreichen Abschlussfahrten nach Rochester, in der Grafschaft Kent. Geboren aus der Idee seiner ersten Realschulklasse – einige Ehemalige waren sogar anwesend – das Gelernte doch mal vor Ort auszuprobieren, startete die erste Fahrt im Jahre 1973. Der Erfolg war so positiv, dass Eckhart Schäfer bis zur letzten Fahrt 2003 insgesamt 29 Fahrten durchführte und „nie enttäuscht“ wurde, wie er bekräftigte.
Mechthild Koch, langjährige Realschulzweigleiterin, dankte ihrem Vorgänger Jochen Ochmann an dieser Stelle erneut für die reibungslose Übergabe des gut organisierten Realschulzweiges. Unter der Führung von Mechthild Koch wurde die Berufsvorbereitung durch die Berufserkundungstage erweitert, so dass die Schülerinnen und Schüler Betriebe und Einrichtungen bis in den Raum Herborn-Haiger-Dillenburg erkundeten. Dies geschah unter Beibehaltung und Ausbau des Berufsinformationstags sowie unter Einbeziehung aller Schulzweige. Ein weiterer, pädagogisch wichtiger Punkt war, laut Koch, die dritte Sportstunde und die Einführung des Jonglierkurses unter Peter Alexandrowitsch, für alle Fünftklässler. Die dritte Neuerung war die Einführung der Musikklassen in der Realschule, die letztlich zur Zertifizierung als „Schule mit Schwerpunkt Musik“ führte. Alle drei Projekte seien in der Realschule entstanden und dann mit den anderen Schulzweigen verzahnt worden.
Die Schulleiterin Andrea Rink würdigte in ihrer Festrede den Einsatz des damaligen Bürgermeisters Otto Schlemper und des Schulleiters Arthur Pieplow, die 1969 zur Einrichtung der Realschule an der Mittelpunktschule Eibelshausen führten. Erwähnt wurden auch die Mitstreiter im Gründungskollegium der Realschule: Neben den beiden ersten Klassenlehrern Jochen Ochmann und Eckhart Schäfer waren dies Dieter Wodianka, Rainer Zorn, Reiner Hohmann und Winfried Krüger.
Von Beginn an habe die Realschule gezeigt, dass ihre Schülerinnen und Schüler den Herausforderungen der heimischen Wirtschaft gewachsen waren, so dass sich die Realschule in den letzten 50 Jahren zu einem geschätzten und qualifizierten Bildungsangebot und zum zahlenmäßig schülerstärksten Schulzweig der Holderbergschule entwickelt habe, so die Schulleiterin.
Auf Druck des seit 1975 amtierenden Schulleiters Wilfried Junk leitete der Kreis endlich Baumaßnahmen ein, um die chronische Raumnot zu beheben. So entstanden Fachräume für die Naturwissenschaften und die Arbeitslehre. Als weiterer Meilenstein galt die Einweihung des heutigen A-Trakts im Jahre 1992. Neben 5 Klassenräumen standen nun Fachräume für Musik, Kunst und IT zur Verfügung, wusste Andrea Rink zu berichten.
Die Errichtung des B-Trakt-Anbaus wurde durch die enge und engagierte Zusammenarbeit zwischen dem Kreis als Schulträger und den Gemeinden Eschenburg und Dietzhölztal ermöglicht, eine bisher einzigartige Drittmittelfinanzierung im Lahn-Dill-Kreis. Es entstanden vier neue Klassenzimmer und ein Atrium.
Neben der Erwähnung der zahlreichen, internationalen Begegnungsprogramme und pädagogischen Schulprojekte, betonte die Schulleiterin die Bedeutung der Pädagogischen Mittagsbetreuung an der Holderbergschule, als eine der ersten Schulen im Kreis und daher mit Vorreiterrolle. Aus diesem Engagement resultierte der Bau der Mensa.
Die Förderung von Talenten jeder Hinsicht werde durch schulische Angebote im Bereich Sprachen, Musik, MINT und neuerdings Ökologie – die Holderbergschule als Naturparkschule - nachhaltig erreicht.
Abschließend dankte die Schulleiterin den Institutionen und Personen, durch deren Engagement die erfolgreiche Arbeit mit und für die Schülerinnen und Schüler erst möglich wird: den Vertretern der Kommune und des Lahn-Dill-Kreises, den ehemaligen Schulleitern, der Lehrerschaft der Holderbergschule, der Elternschaft und dem Förderverein. Abschließend wurden die Schülerinnen und Schüler gewürdigt, die sich durch sehr gute und gute schulische Abschlüsse – auch an den weiterführenden Schulen – durch ihre Arbeit als Sanitäter oder Paten, durch ihr beispielhaftes Verhalten während der zahlreichen Schulfahrten – insbesondere ins Ausland - und während ihrer Ausbildung in den heimischen Betrieben als würdige Botschafter für „ihre“ Holderbergschule erwiesen haben.
Das Motto der letzten 50 Jahre „Kurshalten im Leben“ gelte auch für die Zukunft, mit bewährten und neuen Zielen, damit der Bildungsort Holderbergschule in der Region verankert bleibe, so die Schulleiterin abschließend.
Eingerahmt war der Festakt durch verschiedene musikalische Darbietungen sowie ein kleines, englisches Theaterstück. So „begrüßte“ das Blasorchester und die Tanzgruppe der 10R2, unter der Leitung von Julian Heinz, Jennifer Möbius und Karina Radünz, die Anwesenden. Zwischen den Grußworten erfreute die Brassband mit dem Stück „Highland Cathedral“ die Zuhörer. Der „Projektchor“ sang passend zum Anlass „We are family“, begleitet von der Bigband der Holderbergschule. Zum Ausklang gab es das Lied „Think“, wieder in Begleitung der Bigband.
Unter der Regie von Carolin Dintelmann und Daniela Schütz führten die 7G1 und die 5H1 das Theaterstück „Romeo and Juliet“ in englischer Sprache, gespickt mit modernen Jugendausdrücken, auf. Zeitgemäß wurde die jeweilige Kulisse per Beamer auf eine Leinwand projiziert und mit Musik untermalt. Damit die Stimmung der Akteure auch bildlich erkennbar war, wurden die jeweils passenden Emojis hochgehalten. Durch diese humoristischen Einlagen und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, trat der tragische Charakter des Shakespeare Stücks in den Hintergrund. Den langanhaltenden Applaus haben sich die jungen Akteure sehr verdient. Für den nicht ganz stilechten, aber sehr gelungenen Holzbalkon gilt der Dank dem WP Kurs „Palettenmöbel“, unter der Leitung von Carsten Bieler.
Durch das Programm führten charmant und stilsicher Jessica Tirjan und Thomas Giersbach. Die aufwändige Dekoration wurde durch die Kunstlehrerin Stefanie Hausner geleistet. Für einen reibungslosen technischen Ablauf war Dennis Amend zuständig.
Die Schulgemeinde dankt allen Beteiligten für die gelungene Vorbereitung und Durchführung des Festakts!