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„Im Netz der neuen Medien“ - Informativer, kurzweiliger Informationsabend zum Thema: Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.

Die Schulleiterin Andrea Rink führt in das Thema des Informationsabends ein.

Die Referentin Nadine Hundert, Leiterin des Zentrums für Medienkompetenz in Braunfels.

Fast täglich erfährt man in den Medien über die negativen, oft sogar tragischen, Konsequenzen für die jungen Nutzer von Smartphones: abfallende Leistungen, Nervosität, Handy-Sucht, Mobbing, und Sexting und die hiermit verbunden rechtliche Konsequenzen, bis hin zu Strafanzeigen. Diese Probleme werden immer öfter auch in der Schule zum Thema: Dabei ist die unerlaubte Handynutzung in den Pausen noch harmlos. Das Mobbing von Mitschülern auf Sozialen Medien, das Hochladen und Weiterleiten von fragwürdigen Selfies oder Fotos, fast ausschließlich in der Freizeit, hat jedoch im bedenklichen Maße zugenommen und wird zunehmend in die Schule getragen. Dies beobachtet auch die Schulleiterin Andrea Rink. „Es vergeht keine Woche, in der nicht mindestens ein Vorfall bei mir landet. Betroffen sind alle Altersgruppen und Schulformen. An der Holderbergschule gilt ein „Null Toleranz“-Konzept. Dies bedeutet, dass jeder Vorfall genau untersucht wird. Dabei steht der Opferschutz an erster Stelle. In ernsten Fällen wird zudem umgehend die AGGAS (AG der Polizei für Gewalt an Schulen) eingeschaltet. Auf dieser Grundlage arbeiten wir konsequent daran, eine Verringerung dieser Zwischenfälle zu erreichen.“

 

Aus vielen Gesprächen mit betroffenen Eltern resultierte der Informationsabend am Donnerstag, 1. März: Die Mehrheit der Eltern fühlt sich heutzutage nicht richtig informiert, manchmal sogar allein gelassen und überfordert, was den Umgang ihrer Kinder mit dem Smartphone angeht. Als Referentin hatte die Schulleiterin die Schul-Sozialpädagogin Nadine Hundert eingeladen. Als Mutter, Pädagogin und zertifizierte Leiterin des Zentrums für Medienkompetenz in Braunfels hat Nadine Hundert einen langjährigen und vielschichtigen Einblick in die Materie, den sie an diesem Abend den zahlreichen Zuhörern erläuterte.

 

Zu den Vorteilen der digitalen, sozialen Medien, so die Referentin, gehören die Kommunikation in Echtzeit, die für Familien und Freunde sehr nützlich ist. Hier wird meistens Whatsapp genutzt. Die Referentin mahnte jedoch an, dass Whatsapp erst ab 14 Jahren genutzt werden darf – eine rechtliche Vorgabe, die von Eltern weitgehend ignoriert wird. Einen besorgniserregenden Anstieg der Internetnutzung wird bereits in den fünften Klassen festgestellt: Alle Kinder haben bereits Interneterfahrung, wobei überraschende 80 % auf die Nutzung von Whatsapp, 40% auf die Nutzung von Snapchat und 60 % auf den Konsum von Youtube-Videos fallen. Schnell kann ein Kind hier beispielsweise mit dem Trailer eines Horrorfilms konfrontiert werden. Eine Woche ohne Handy kann sich heute selbst kein Fünftklässler mehr vorstellen. Dies ist eindeutig ein Suchtverhalten, so die Referentin. Als eine Gegenmaßnahme schlägt Nadine Hundert beispielsweise das Löschen von „Klassenchats“ vor. Hundert weiter: „Für die gesunde Entwicklung der Kinder ist die persönliche Interaktion unerlässlich. Dies ist in der digitalen Welt nicht möglich. Hier werden dann auch schnell Grenzen überschritten und Dinge gesagt, die man im direkten Kontakt nie sagen würde.“ Anhand von selbst erstellten Kurzfilmen veranschaulichte die Medienpädagogin die angesprochenen Probleme und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf. So muss ein Mobbing-Opfer zunächst Mut haben, sich an eine Vertrauensperson zu wenden. Zusammen muss dann ein Lösungsweg gefunden werden. Hierzu gehört auch das Sichern von Beweisen (Screenshot oder Ausdruck von „hate-mails“) und Telefonnummern. So kann die Polizei dann tätig werden, sollte es zur Strafanzeige kommen.

 

Andrea Rink betonte am Ende des informativen, kurzweiligen und anschaulichen Vortrags, dass die Holderbergschule in Sachen „verantwortungsvoller Umgang mit den digitalen Medien“ sehr gut aufgestellt ist: „Für alle Fünftklässler wird eine spezielle Medien-Schulung angeboten, die in höheren Jahrgangsstufen altersspezifisch vertieft wird. Im Unterricht werden die Schüler systematisch in die sinnvolle Nutzung der digitalen Medien eingeführt. Als Soziale Plattform steht das schulinterne, sichere Netzwerk „iserv" zur Verfügung. Im Fall von unverantwortlicher Nutzung durch einzelne Schülerinnen und Schüler reagieren Lehrerinnen und Lehrer der Holderbergschule sowie die Schulleitung umgehend und konsequent“, so die Schulleiterin. „So kann die digitale Bildung erfolgen, bei gleichzeitigem Schutz vor Missbrauch.“

 

Abschließend bedankten sich die Schulleiterin, die Eltern sowie die Lehrerinnen und Lehrer bei der Referentin Nadine Hundert für ihren interessanten Vortrag.